Hintergrund

Häusliche Gewalt ist bis heute ein Tabuthema. Häusliche Gewalt ist jede Art körperlicher, seelischer und/oder sexualisierter Misshandlung innerhalb bestehender oder ehemaliger Beziehungen. Täter und Opfer finden sich in allen sozialen Schichten, unabhängig von Bildungsstand, Einkommen, gesellschaftlichem Status, Kultur, Herkunft oder Alter. Häusliche Gewalt ist daher keine Randerscheinung in unserer Gesellschaft. Sie ist vielmehr ein Problemfeld, das in seiner tatsächlichen Dimension oft unterschätzt wird.

Dunkelziffer

Eine im Auftrag des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) durchgeführte repräsentative Studie*, bei der Frauen zwischen 16 und 85 Jahren befragt wurden, kommt zu dem Ergebnis, dass 40 Prozent der Frauen seit ihrem 16. Lebensjahr körperliche oder sexuelle Gewalt oder beides erlebt haben. Zwei Drittel aller Gewalttaten gegen Frauen geschehen im sozialen Nahbereich, in der Partnerschaft, in der Familie.

Die meisten Gewalttaten an Frauen und Kindern bleiben im Dunkeln. Die Opfer schweigen aus Scham, aus Angst, aus Ohnmacht - aber auch aus Furcht vor erneuter Gewalt in der Familie.

Licht ins Dunkel

Menschen, die Gewalt durch Menschenhand erlitten haben, erfahren einen tiefen Einbruch in ihr Welt- und Menschenbild. Zwischenmenschliche Gewalt hinterlässt nicht nur körperliche Verletzungen, sondern auch tiefe seelische Narben.

Viele Opfer leiden jahrelang an Scham- und Schuldgefühlen, an Angstzuständen und Albträumen, an Depressionen und Selbstmordgedanken. Insbesondere junge Opfer wiederholen oftmals die erlebten Täter-/Opferrollen und finden keinen Weg zurück in ein Leben jenseits der Gewalt.

 

* Müller, Ursula, Schröttle, Monika (2004). Lebenssituation, Sicherheit und Gesundheit von Frauen in Deutschland. Eine repräsentative Untersuchung zu Gewalt gegen Frauen in Deutschland. Zusammenfassung zentraler Studienergebnisse. Berlin: Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

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